Leben.

Selbstdisziplin

Oder: Der Kampf mit dem inneren Schweinehund

Die Gedanken darüber begegnen mir in letzter Zeit wieder vermehrt. Die Benennung dieser, um was sich meine Gedanken drehen, hatte mir noch gefehlt. Doch heute ist es mir eingefallen. Das Wort heißt: Disziplin oder vielmehr Selbstdisziplin.

Oft denke ich darüber nach und spreche mit meinem Mann darüber, warum es mir und auch anderen so schwer fällt positive Dinge für einen selbst zu tun. Einfaches Beispiel: Ab und zu kommt es ja dann doch vor, dass ich ins Büro laufe. Sind ja nur 1.5 km – kein großes Ding. Aber das Problem ist das loslaufen. Nicht die bequeme Variante wählen – das Auto, sondern nicht zu denken und einfach zu gehen.

Warum ich es nicht tue, weiß ich nicht. Vielleicht fehlt der Glaube, dass mir das Ganze auch dient. Denn sobald ich denke, dass mir das Ganze nichts bringt und ich die negativen Assoziationen herstelle ich werde schwitzenes ist zu warm dafür oder ich sehe, dass ich nur 40 Kalorien verbraucht habe… beginne ich schon nicht mehr an den positiven Effekt zu glauben. Tausend Dinge, die dagegen sprechen fallen mir ein. Aber ganz nüchtern betrachtet liegen die positiven Gründe auf der Hand.

Ich bin viel entspannter und wacher, wenn ich ins Büro komme. Ich benütze weniger Benzin, schone die Umwelt. Mein Rücken meldet sich nicht mehr so oft, da mir das Laufen wirklich guttut. Meine allgemeine Stimmung ist viel besser und ich fühle mich am Abend dann nicht so getrieben noch unbedingt laufen zu müssen. Denn wenn ich abends, nach dem Büro nicht noch Laufen kann, weil Samira vielleicht lieber doch am Spielplatz ist, anstatt noch eine Runde um den See zu laufen, werde ich schon wieder nervös….. Was dann wiederum dazu führt, dass ich unzufrieden bin, mit dem, was ich tue oder nicht tue.

 

Tschakka: Mein Sieg über mich 

Doch seit einiger Zeit gelingt es mir immer öfter, das ich mein Denken, meinen Geist besiege und das ist die große Belohnung. Der Sieg über mich selbst.

Mein Mann ist da mein Vorbild. Er duscht nicht mehr heiß oder warm, sondern nur noch eiskalt. Er verneint auch nicht, dass es nicht immer das schönste Gefühl ist, wenn das eiskalte Wasser auf die Haut trifft. Vor allem, wenn man noch die Bettwärme hat und nicht im Tempo von 0 auf 100 wach werden will. Es braucht einen eisernen Willen und Durchhaltevermögen. Doch was ihn antreibt, es dennoch jeden Tag zu tun, ist das unbeschreibliche Gefühl danach. Man fühlt sich stark – fast schon unbesiegbar. Ein Sieg über die eigene innere Stimme und die negativen Gedanken, die dir sagen: Das kannst du nicht. Du schaffst das nicht. Heute lasse ich es mache es morgen wieder.

Klar gibt es hin und wieder dann doch Tage, an denen das Ganze nicht so rund läuft wie ich will. Ich setze mich wieder ins Auto, ignoriere meinen 16:8 Rhythmus, esse in den 8 Stunden zwei Stücke Schokokuchen und dann noch eine Cola obendrauf. Doch ich merke immer schneller, dass mir das Ganze nicht guttut und ich unzufrieden werde und das Nörgeln anfange. Ich erkenne, dass diese Selbstexperimente nicht böse sind, ich es nicht als Entsagung ansehen soll, sondern als Bereicherung. Sie sind gut für mich, meinen Körper und Geist (nebenbei auch für die Finanzen). Es gibt mir mehr Selbstvertrauen und Mut, da ich dadurch erkannt habe, dass ich sehr wohl kann. Ich kann es, wenn ich will und ich muss keinem etwas beweisen. Mein Deal zwischen mir und mir. Nur mir selbst Gutes tun und das am besten jeden Tag.

Der positive Nebeneffekt kommt ganz von allein. Ich bin mit mir selbst viel zufriedener, strahle das aus und nerve andere dann auch viel weniger. Bin toleranter, verständnisvoller und nicht so schnell genervt.

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