Lachen.

Büroroutine

„Ich habe Hunger!“ – so lautete der ursprüngliche Titel dieses Beitrags. Doch wie so oft, kommt am Ende etwas ganz anderes raus, als das was eigentlich geplant war. Der Plan war, über mein 16:8 Experiment zu schreiben und nun ist es ein Beitrag über meine Routine an Arbeitstagen im Büro. Der geplante Beitrag kommt dann eben ein anderes Mal. Wen du dennoch Lust hast, zu lesen wie mein Büroalltag aussieht, freue ich mich über einen Kommentar wie dein „(Büro)Alltag“ so aussieht und welche „Protagonisten“ bei dir eine Rolle spielen.


Es ist 8:27 Uhr und ich habe noch etwa 4 Stunden bis Essen wieder erlaubt ist. Also steht neben mir die 2 Liter Flasche stilles Wasser, die schon halb leer ist, in der Hoffnung, dass sie das Hungergefühl betäubt. Zeit für Kaffee ist auch noch nicht – erst um 10 Uhr. Manchmal, wie jetzt zum Beispiel muss ich wirklich über mich selbst lachen. Ich jammere still und leise – einfach nur für mich – rum, dabei habe ich mir das ja selbst auferlegt. Meine Routine! Zumindest meine Büroroutine – am Wochenende sieht das wieder ganz anders aus. Da ist alles mehr oder weniger sehr spontan und chaotisch.

Also nun zu den Protagonisten meiner Arbeitsroutine.

Protagonist 1 – „Herr Weckruf“:
6:30 Uhr – der Wecker geht los. Und weckt mich mit dem Lied „42“ von Mumford & Sons. Neulich habe ich überlegt, den Weckton auf „Applaus“ umzustellen, denn mein Aufstehen sieht eher aus wie eine Verbeugung. Mit motiviertem Hüpfen aus dem Bett hat das Ganze ziemlich wenig zu tun. Also sobald ich mir im Kopf selbst applaudiert habe, lege ich mein Kissen vertikal, damit meine Tochter nicht aus dem Bett fällt. Ich sortiere ihre Beine, damit sie wieder wie eine Kerze liegt. Denn nachts denke ich, neben mir liegt ein Helikopter der versucht zu starten. Ja das liebe Familienbett, aber dazu gibt es bestimmt einen separaten Eintrag.

Protagonist 2 – „Frau Kaffeemaschine“:
Ganze 5 Minuten – eingesperrt in der Küche, damit auch keiner von dem Lärm der Kaffeemaschine aufwacht – ertönt das liebliche Geräusch der Bohnen die gemahlen werden. Dann das liebliche Plätschern des Kaffees, wie er meine „Beste Mama-Tasse“ füllt. Ich atme tief ein und meine Sensoren und Neuronen wie auch immer – vernetzen sich und senden mir den ersten Wachimpuls und der erste „Glückssturm“ hat meinen Körper erfasst. Die ganze Beschreibung hört sich nach einer Zeremonie an – ist es auch – jeden Morgen liebe ich den Geruch des Kaffees. Seitdem ich nicht mehr rauche (4 Jahre schon rauchfrei – Tschakka) ist Kaffee zu meiner Sucht Nummer 1 aufgestiegen. Vorher auf Platz 2. Ich träume oft von einem 5 Liter Kaffeebecher mit buntem Strohhalm … Nach Tasse Nummer 1, gibt es noch eine halbe Tasse dazu. Kein Frühstück, da ich ja erst um 12 oder 13 Uhr essen „darf“.

Protagonist 3 – „Das Auto“:
Statt einfach immer zu laufen, was mir gut tut und ja auch gefällt, wenn ich es denn mal tue – stelle ich mir jeden Früh die Frage, ob ich nicht doch das Auto nehme. 1000 Pro’s und ein paar Kontra’s – aber die Pro’s gewinnen. Zu kühl, zu heiß, falsche Schuhe, zu spät dran, mittags muss ich was einkaufen… Klare Sieger…

Protagonist 4 – „Die 2L Wasserflasche“:
Im Büro angekommen – Check-in und dann die 2L Wasserflasche unter den Arm und Treppe hoch zu meinem Arbeitsplatz. Rotes Quadrat am Wandkalender zum richtigen Datum schieben und dann die Fenster öffnen. Blick über die Stadt St. Gallen genießen und gucken, ob man heute den Säntis sieht. Am Computer einloggen uns los gehts. Die Wasserflasche rechts neben mir am Tisch, damit ich sie immer im Blick habe. Denn bis Ende des Tages soll sie ja leer sein. Was definitiv auch immer funktioniert. Die Vorfreude auf 10 Uhr ist mein ständiger Begleiter. Wirklich, wie ein kleines Kind an Weihnachten freue ich mich auf den nächsten Kaffee.

Protagonist 5 – „Frau Büro-Kaffeemaschine“:
ganz kurz – um 10 Uhr ist Kaffee Nummer 3 an der Reihe. Die Zeremonie ist nicht so ausgiebig wie daheim, aber „Glückssturm Nummer 2“ kommt.

Protagonist 6 – „Die Mittagspause“:
endlich ESSEN! Was gibt’s?
Eigentlich immer das Gleiche: Salat in verschiedenen Variationen. Meistens grünen Salat mit Thunfisch, Edamame, Feta, Tomaten und Gurke. Französisches Dressing drüber (was ich mir seit ein paar Monaten wieder erlaube – vorher gab es ihn ohne Dressing … furchtbar …) und los. Dann noch eine Banane und einen Apfel und Schluss ist mit „Schlemmen“ bis zum Abendessen. Dann entweder ein Spaziergang oder den Einkauf für die nächsten Tage besorgen.

Protagonist 7 – wieder „Frau Büro-Kaffeemaschine“:
14 Uhr – Kaffee Nummer 4 oder auch der letzte Kaffee des Tages.

17 Uhr – Wasser ist leer und der „Check-Out“ erfolgt.
Wenn ich doch gelaufen bin, dann werde ich meistens von meinem Mann und meiner Tochter abgeholt und es geht in den Tierpark oder falls noch nicht geschehen – zum Einkaufen.

Wenn ich faul war und das Auto genommen habe, dann schnell heim und 15 Minuten später erwischt mich der größte „Glückssturm“ des Tages, wenn ich die Wohnungstür öffne und ich das schrille Kreischen meiner Tochter höre: „Mama kommt – schnell verstecken“ oder „Mama – ich bin ein Tigerkind (oder Einhornkind, oder Katze, oder Ringelwurm – je nachdem was gerade in ihrem Kopf herumspukt)“. Mein Mann kommt mir entgegen, gibt mir einen Kuss und alles ist gut.

Danach gibt es keine Rituale mehr und nur noch 2 Protagonisten – die Wichtigsten: meinen Mann und meine Tochter. Der Abend hält dann verschiedene Überraschungen parat und das Leben hat einen voll im Griff. Im positiven Griff.

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